David Safier gewinnt den 44. Buxtehuder Bullen

Buxtehude, 8. Juli 20.15. Die Entscheidung für den Buxtehuder Bullen 2014 ist gefallen: Der Autor David Safier erhält den mit 5.000 Euro dotierten Jugendbuchpreis für den Roman „28 Tage lang“, der 2014 im Rowohlt Verlag erschienen ist. Die Hansestadt Buxtehude gab die Jury- Entscheidung am Dienstagabend, 7. Juli, im Stadtteilzentrum Stieglitzhaus in Buxtehude bekannt. Bürgermeisterin Katja Oldenburg- Schmidt verkündete den Gewinner: Insgesamt 68 Punkte gab es von der paritätisch besetzten Jury aus Jugendlichen und Erwachsenen. 32 Punkte vergaben die Jugendlichen und 36 Punkte die Erwachsenen.

David Safiers Roman behandelt auf bewegende Weise den Aufstand im Warschauer Ghetto, erzählt am Schicksal der 16-jährgen Mira, deren Familie dort 1943 umkommt. „Trotzdem oder gerade deswegen wagt Mira den Aufstand, dem sich viele polnische Juden anschließen. 28 Tage können sie den SS-Schergen Widerstand bieten. Die bewegende Geschichte von Mira ist fiktiv, aber ihre Erlebnisse beruhen auf Fakten“, so der Verlag.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Buch, das sich mit dem Thema Nationalsozialismus beschäftigt, den Buxtehuder Bullen bekommt. „Jede Generation scheint dieses Thema immer wieder sehr zu bewegen. Den Lesern ist klar, dass so etwas nie wieder passieren soll. Deswegen wollen sie andere animieren, dieses Buch zu lesen“, so Bibliotheksleiterin Ulrike Mensching am Abend der Preisentscheidung.

David Safier, 1966 geboren, zählt zu den erfolgreichsten Autoren der letzten Jahre, so der Rowohlt Verlag. Seine Romane „Mieses Karma“, „Jesus liebt mich“, „Plötzlich Shakespeare“, „Happy Family“, „Muh“ und „28 Tage lang“ erreichten Millionenauflagen. Auch im Ausland sind seine Bücher Bestseller. Als Drehbuchautor wurde David Safier für seine TV-Serie „Berlin, Berlin“ mit dem Grimme-Preis sowie dem International Emmy (dem amerikanischen Fernseh-Oscar) ausgezeichnet. David Safier lebt und arbeitet in Bremen, ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen Hund.

Insgesamt waren rund 90 Titel in diesem Jahr ins Rennen um den Buxtehuder Bullen gegangen, acht davon wurden für den Preis nominiert. Die Preisentscheidung wurde maßgeblich von den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Buxtehude Süd gestaltet, die jeden der nominierten Titel in Form von Book Slams szenisch oder in Form von Trailern interpretierten.

David Safier erfuhr spontan während seines Abendessens von seinem Preis. Die Überraschung war groß. Der Autor freut sich schon riesig, den Buxtehuder Bullen im Herbst persönlich in Buxtehude in Empfang zu nehmen. Das anwesende Publikum applaudierte ihm live am Telefon.

Unterstützer
Unterstützt wird der Buxtehuder Bulle von der Else und Heinrich Klindtworth-Stiftung. Zur Verbreitung des Buxtehuder Bullen wird die Stadtbibliothek dieses Jahr wieder vom Förderkreis der Stadtbibliothek e.V., der KVG Stade GmbH & Co. KG (Betrieb Buxtehude) und der Rösterei Iwersen unterstützt.

Über den Preis
Der Buxtehuder Bulle ist einer der renommiertesten und traditionsreichsten deutschen Literaturpreise. Er wurde 1971 von dem Buxtehuder Buchhändler Winfried Ziemann initiiert. Ziel des Buxtehuder Bullen ist es, Jugendliche zu aktivem und intensivem Lesen zu bewegen und gleichzeitig zu einer Förderung und Verbreitung guter Jugendbücher beizutragen. Durch die traditionell paritätische Zusammensetzung der Jury aus 11 Jugendlichen und 11 Erwachsenen bildet der Preis seit über 40 Jahren erfolgreich die Schnittstelle zwischen literarischer Qualität, Lektürevorlieben Jugendlicher sowie Themen, die Jugendliche und Literaturexperten gemeinsam bewegen. In seiner Zielsetzung und seinem Verfahren ist der Preis weiterhin einzigartig im deutschsprachigen Raum. Sagenhafte 75 Prozent aller preisgekrönten Titel seit 1971 sind aktuell noch lieferbar. Ein Beweis für den Erfolg des Preises auch auf wirtschaftlicher Ebene.

Buxtehuder BULLEvard
Im Stadtbild von Buxtehude werden die Preisträgerinnen und Preisträger in Form einer Messingplatte verewigt. Mittlerweile besteht der BULLEvard, der „Walk of Fame“ der Bullen-Preisträger, aus über 40 Messingplatten, die quer durch die Stadt verlegt wurden. Darunter befinden sich Autorinnen und Autoren wie Christine Fehér, Lauren Oliver, Jostein Gaarder, Gudrun Pausewang oder Stephenie Meyer.

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