Liverpool Street

Anne C. Voorhoeve

Liverpool Street, der Bahnhof in London an dem rettende Transporte jüdischer Kinder aus Nazideutschland ankamen, gab diesem Jugendbuch den Titel.

1938: In der Schalterhalle warten die Kinder darauf, von ihren Pflegeeltern oder Verwandten abgeholt zu werden. Eines von ihnen ist die zehnjährige Franziska Mangold aus Berlin.

Das protestantisch erzogene jüdische Mädchen kommt in eine orthodox-jüdische Familie. Ein ldentitätsbruch, der traumatisch ist.Franziska leidte nicht nur unter der Trennung von ihrer Familie und der großen Sorge um deren Sicherheit, es bedrückt sie auch, dass sie ihrer Freundin Bekka, ohne es zu wollen, die Schiffspassage fortgenommen hat. Aus Ziska, die eigentlich Franziska heißt, wird Frances - ein halber Name für ihre deutsche, ein halber Name für ihre englische Existenz. Ihre Gastfamilie, die Shephards, sind für Ziska, nach der schrecklichen Zeit im Übergangslager, ein wahrer Glücksfall. Zu ihrer Gastmutter Amanda hat sie tiefes Vertrauen und es entwickelt sich eine Mutter-Tochter-Beziehung.
Mit allen Mitteln versucht die kleine Ziska die nötigen Papiere und einen Arbeitsplatz für ihre Eltern zu besorgen. Doch in dem Moment, in dem sie alles zusammen hat, bricht der Zweite Weltkrieg aus. Für Ziska beginnt eine lange, quälende ldentitätssuche … Als die Friedensglocken läuten, hat sich für Ziska viel verändert. Sie ist fast erwachsen geworden, bekennt sich zum Judentum und zu den Shephards. Sie bleibt in England.


Stimmen zum Buch

„In meinem Kopf tönte es irgendwie endlos: Du fährst jetzt Weg. Ich sah ihre Gesichter Tränen rannen über ihre Wangen. Und da wusste ich diese Menschen lieben mich. Deswegen schicken sie mich fort.“
Hedy Epstein

Die Autorin

Die Schriftstellerin Anne C. Voorhoeve wurde am 19. Dezember 1963 geboren. Sie studierte Politikwissenschaft, Amerikanistik und Alte Geschichte in Mainz. Anschließend arbeitete sie ein Jahrlang als Assistentin eines - Brecht-Forschers an der University of Maryland. Nach dem Volontariat in der Redaktion einer medizinischen Fachzeitschrift arbeitete sie als Verlagslektorln und übernahm die Öffentlichkeitsarbeit eines evangelischen Klosters. lm Jahr 2000 machte sie sich als Lektorin selbstständig, um sich verstärkt dem Schreiben zu widmen. Anlässlich des zehnten Jahrestages des Mauerfalls berührte die Autorin die tiefe Kluft zwischen den damaligen Emotionen und dem bitteren Zynismus von heute so sehr, dass sie sich entschloss, eine Geschichte über eine Familie zu schreiben, die durch die Mauer getrennt wird und in eine menschlich völlig absurde Situation gerät.

„Lilly unter den Linden“, zunächst als Drehbuch und vom MDR verfilmt, erschien im Juli 2004 als Roman und kommt im Herbst 2008 als Jugend-Theaterstück auf die Bühne.

Mit ihrem zweiten Buch „Liverpool Street“ macht Anne C. Voorhoeve auf das spannende Thema Kindertransporte im Nationalsozialismus aufmerksam. Ihr neues Buch „Einundzwanzigster Juli“ erscheint im Oktober. Die vielseitige Autorin will daneben auch dem Drehbuchschreiben treu bleiben.


Ihre Freude über den Buxtehuder Bullen 2007 brachte die Autorin in einem Schreiben an den Bürgermeister zum Ausdruck:

… haben Sie Dank für Ihren netten Brief vom 24.06. 08. Ehrlich gesagt konnte ich es während unseres Telefonats noch kaum glauben, zumal der Preis mit einer Laudatio meiner sehr geliebten und verehrten Zeitzeugín Hedy Epstein aus St. Louis/USA verbunden ist.

So grüße ich Sie und die „Bullen “-Jury voller Vorfreude auf den September

Hansestadt Buxtehude | Bahnhofstraße 7 | 21614 Buxtehude