Tignasse, Kind der Revolution

Cili Wethekam

Der Buxtehuder Bulle - Jugendbuchpreis (Youth Book Award) - Der Preisträger 1988:
Cili Wethekam - Tignasse, Kind der Revolution

Tignasse, ein Pariser Gassenjunge, erlebt voller Begeisterung den Ausbruch der Französischen Revolution. Von seinem Vater wird er an die Revolutionsarmee verkauft, und so zieht der halb verhungerte Junge in den Krieg. In der Armee findet er einen väterlichen Freund, den er jedoch wieder verliert. Bald in dieses, bald in jenes Lager verschlagen, spürt er schnell, dass das starre Freund-Feind-Denken weder Güte noch Gerechtigkeit kennt. Tignasse erfährt Grausamkeit und Hilfsbereitschaft auf beiden Seiten der Front und vertraut schließlich nur noch dem eigenen Gewissen. Damit steht er allein gegen eine Übermacht unmenschlichen Denkens und Handelns.


Stimmen zum Buch

„Mit Tignasse erhielt ein neues Jugendbuchgenre den „Buxtehuder Bullen“
Schlagzeile des Buxtehuder Tageblatts aus dem Jahr 1973

Die Autorin

Cili Wethekam, 1921 in Belgien geboren, verbrachte ihre Jugend abwechselnd in Frankreich, Holland und Deutschland. Von Cili Wethekam sind ungefähr 20 Jugendbücher erschienen, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. In ihren letzten Lebensjahren schrieb sie neben „Tignasse“ auch „Mamie 1780 – 1794“; beide Titel wurden in die Auswahlliste zum Deutschen Jugendbuchpreis aufgenommen. Cili Wethekam lebte von 1946 bis zu ihrem Tod im April 1975 in Bremen.


Stimmen zum Buch und zur Autorin

Das Ideal, das Wethekam in ihren Erzählungen vertritt, ist das harmonische und verstehende Zusammenleben, das auf Toleranz, Liebe und Güte gegründet ist. Das beispielhafte Verhalten anderer, Erwachsener und Kinder, wird zum Anstoß eines Erkenntnisprozesses, der egoistisches, oft menschenfeindliches Verhalten zum Guten hin verändert.

Aus der Laudatio von Winfried Ziemann

In seiner kurzen Würdigung betonte Ziemann noch einmal die entscheidende Rolle der elf Kinder in der 22köpfigen Preisjury. Sie hätten bei der Beurteilung der zur Diskussion stehenden Werke jene in den Vordergrund gerückt, die sich mit Menschen in der Geschichte befassten. „Tignasse“ sei genauso wie die zweit- und drittplatzierten Bücher Vertreter dieses neuen Genres, das die handelnden Personen auch in Kinder- und Jugendbüchern als soziale Individuen zeichne.

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