Donnergrollen hör mein Schrei'n

Der Autor | Das Buch


Donnergrollen hör mein Schrei'n

Das Buch

Würde und Selbstachtung

Mildred D. Taylors Roman „Donnergrollen, hör mein Schrei'n“

Rassendiskriminierung - in den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts bedeutet dieses Wort im amerikanischen Südstaat Mississippi noch immer rohe Gewalt: Nächtens verprügeln, verbrennen, erschlagen Weiße ihre farbigen Nachbarn. ln diese Zeit führt Mildred D. Taylor mit „Donnergrollen, hör mein Schrei'n“, einer bewegenden Erzählung aus der jüngsten Geschichte des Landes USA, das die Freiheit des Menschen so emphatisch auf seine Fahnen geschrieben hat.

Die Autorin erzählt ohne Zorn, ohne Haß vom Leben ihrer Eltern und Großeltern, das geprägt war vom klugen, listigen - und oft erfolglosen - Kampf gegen die allgegenwärtigen Demütigungen durch die weißhäutige Macht. Um so beeindruckender ist die Leistung, die diese Generationen an ihren Kindern vollbracht haben: „Von meinem Vater lernte ich, die Vergangenheit, meine Herkunft und mich selber zu achten“, schreibt die iungefarbige Amerikanerin in ihrem Nachwort.

lm Mittelpunkt steht als Erzählerin die neunjährige Cassie, eines von vier Kindern derfarbigen Familie Logan. Sie ist, zunächst ohne sich dessen bewußt zu sein, in einer privilegierten Situation: ihrer Familie gehört eigenes Land. Das schützt die Logans vor der Willkür des weißen Großgrundbesitzers, dem die farbigen Pächter hilflos ausgeliefert sind. Es schützt Cassie nicht vor dem Schlüsselerlebnis, vom Bürgersteig gestoßen zu werden, um einem weißen

Mädchen Platz zu machen. Es schützt sie nicht vorder Erkenntnis, wie gefährdet Leben, Würde und Selbstachtung in einer Gesellschaft sind, in derzur Wertbestimmung eines Menschen nichts als seine Hautfarbe nötig ist. Und sie lernt, wie lang, beschwerlich, gefährlich und voller Ängste der Weg ist, wenn sich das jemals ändern soll.
Cassie hat Glück mit ihren Eltern, die beharrlich auf ihr Recht pochen, aberauch um einen hohen persönlichen Preis bereit sind, Gewalt zu vermeiden. Es macht sie zu den Helden des Buchs. Mildred D. Taylor verschweigt nicht, daß es in der farbigen Bevölkerung auch andere Standpunkte gab - von der totalen Unterwerfung bis zur Forderung nach blutiger Rebellion. Von Anfang bis Ende hält sich das Buch dicht an der Realität, und so ist den Logans auch kein Happy-End gestattet - es ist ihnen nur wieder gelungen, unter Wahrung ihrer Menschenwürde zu überleben.

 

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