Die letzten Kinder von Schewenborn

Der Autor | Das Buch (1983) | Das Buch (1977)


Die letzten Kinder von SchewebornDas Buch

Die Geschichte könnte sich nach irgendeinem Krieg zugetragen haben: verbrannte Erde, Trümmer. Kein Platz für die Toten, fettgefressene Ratten und hungernde Kinder. Schlicht der Kampf ums nackte Dasein, in dem der Nächste zumeist als unliebsamer Konkurrent ums tägliche Brot, nicht aber als hilfsbedürftiger Bruder empfunden wird. Und doch gibt es zwischen den Erlebnissen, etwa nach dem Zweiten Weltkrieg, und dem Leidensweg der Kinder von Schewenborn einen gravierenden Unterschied: sie sind die letzten Kinder, neues Leben wird es nicht geben. Hoffnung auf eine bessere Zukunft die so viele vom Krieg Geschundene immer wieder aufgerichtet hat, ist der Gewissheit gewichen, daß die Menschheit sich endgültig verstümmelt, dem Nichts ausgeliefert hat.

Gudrun Pausewang hat eine packende Anklage geschrieben - nicht gegen eine Partei, nicht gegen eine bestimmte Politik und schon gar nicht gegen eine zuvor definierte Militärstrategie, gegründet auf ohnehin längst seelenlos wirkende Vorurteile pro und kontra eine bestimmte Rakete. Nein - ihre Klage gilt der routinierten Gleichgültigkeit internationaler Politik, in der Macht höher, rangiert als Leben, und der unversehens die Herrschaft über die Bombe entgleitet „Verfluchte Eltern!, aber auch: Verfluchte Großeltern! Sie hätten wissen müssen. was da heraufbeschworen wurde, denn sie hatten erfahren, was Krieg ist - wenn ihr Krieg auch ein fast harmloser im Vergleich zu unserem Bombentag gewesen ist." Das ist die Summe der Erfahrungen aus dem vierzehn Jahre alten Leben des Andreas, der, weil beide Beine den Atomstrahlen zum Opfer gefallen sind, nur mit fremder Hilfe den Baumast erlangt, an der er das wertlos gewordene Dasein gegen die Ruhe des Todes eintauscht.

Die Geschichte der Familie Bennewitz nach dem Abwurf einer Atombombe ist in nahegelegener. Aufwühlender Sprache geschrieben. Die kurzen. knappen Sätze sitzen und doch entsteht eine wirklichkeitsfremde übersteigerte Dramaturgiem, die einem kühlen Berechner das Alibi verschaffen könnte, die Schrift unter Hinweis auf die Tagesordnung der Durchschnittspolitik beiseite zu legen.

 

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