Der 44. Bulle bleibt in Deutschland

BUXTEHUDE. Der in Bremen lebende Schriftsteller David Safier gewinnt den Buxtehuder Jugendbuchpreis – Spannende Stunden im Stieglitzhaus.

Die Spannung stieg ins Unermessliche und sorgte für zusätzliche Hitze, als am Dienstagabend im rappelvollen Stieglitzhaus der Preisträger des 44. Buxtehuder Bullen ermittelt wurde. Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen stand der Gewinner fest: Der international renommierte Jugendbuchpreis geht an David Safier, der mit „28 Tage lang“ einen fesselnden Roman über einen jüdischen Aufstand im Warschauer Ghetto geschrieben hat. Auf Platz zwei landete Benjamin Alire Sáens mit „Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums“ und auf Platz drei „Es wird keine Helden geben“ von Anna Seidl.

Was die Preisträgerfindung an diesem Abend zu einem besonderen Erlebnis macht, ist der Auftritt der großartigen Jugendlichen aus der Klasse 7e des Gymnasiums Süd. Sie kommen als Buch-Botschafter daher und setzen die acht Favoriten der Endausscheidung engagiert in Szene – mit Book-Slams und Bildern, mit Filmen und Interviews. Auf ebenso zauberhafte wie berührende und aufrüttelnde Weise bringen sie den Besuchern und Besucherinnen die Inhalte der Bücher näher, verkürzen die Zeit, bis die Stimmen ausgezählt sind und heimsen dafür einen riesengroßen Applaus ein. „Ich könnte jetzt sagen, Ihr habt ganz einfach super zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen, aber Ihr habt sie letztendlich geschmissen. Ich habe eine Gänsehaut“, sagt eine begeisterte Ulrike Mensching.

Locker führen die Stadtbibliothekschefin und Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt durch den kurzweiligen Abend, während Bürgermeister-Stellvertreterin Christel Lemm und die Vorsitzende vom Förderkreis der Stadtbibliothek, Susanne Gratza, mit den Stimmzetteln beschäftigt sind. Das Kribbeln wird stärker. Dann steht der Gewinner fest. Insgesamt 68 Punkte gibt es von der Jury für „28 Tage lang“, 32 von den Jugendlichen und 36 von den Erwachsenen. „Ich bin immer wieder überrascht, wie groß die Affinität insbesondere junger Menschen zu Büchern ist, die sich mit einem der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte auseinandersetzen. Ich bin überrascht, dass sie des Themas nicht überdrüssig sind. Damit setzen sie ein klares Signal: So etwas darf nie wieder passieren“, sagt Ulrike Mensching.

Der 1966 geborene Autor David Safier zählt zu den erfolgreichsten Schriftstellern der letzten Jahre. Viele seiner Romane wie „Mieses Karma“, „Jesus liebt mich“, „Plötzlich Shakespeare“, „Happy Familiy“ oder „Muh“ erreichten Millionenauflagen. Auch im Ausland sind seine Bücher Bestseller. Als Drehbuch-Autor wurde er für seine TV-Serie „Berlin, Berlin“ mit dem Grimme-Preis und dem Internation Emmy ausgezeichnet. David Safier lebt und arbeitet in Bremen, ist verheiratet und hat einen Hund. In seinem nunmehr bullengekrönten Roman, der im Rowohlt Verlag erschienen ist, nimmt er seine Leser mit ins Warschauer Ghetto und macht mit der 16-jährigen Mira bekannt, deren gesamte Familie im Lager umkommt. Trotzdem oder gerade deswegen wagt Mira den Aufstand, dem sich viele polnische Juden anschließen. 28 Tage lang können sie den SS-Schergen Widerstand bieten. Die bewegende Geschichte von Mira ist fiktiv, aber ihre Erlebnisse beruhen auf Tatsachen.

Insgesamt 90 Titel sind in diesem Jahr ins Rennen um den mit 5000 Euro dotierten Bullen gegangen. Die paritätisch besetzte Jury hat ganze Arbeit geleistet.

Buxtehuder Tageblatt, 08. Juli 2015

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