Der Buxtehuder Bulle geht wieder in die USA

Unter 539 Einsendungen sahen die Juroren des Buxtehuder Jugendbuchpreises den 35-jährigen John Green vorn. Sie zeichneten den 35-jährigen Autoren für seinen Bestsellerroman aus.

Von Kerstin Lorenz

Buxtehude. Nach dem Lesemarathon für die Juroren, die sagenhafte 539 Bücher gelesen hatten, geht der renommierte Jugendbuchpreis"Buxtehuder Bulle" wie schon im Vorjahr wieder nach Amerika. Die Jury zeichnete den 35-jährigen Autor John Green für seinen Roman "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" aus, der seit Monaten auch auf den Bestsellerlisten für Erwachsenenliteratur steht. Tatsächlich waren die erwachsenen Juroren letztlich das Zünglein an der Waage, denn die Jugendlichen hatten mit hauchdünnem Vorsprung von zwei Stimmen den Roman "Legend - Fallender Himmel" von Marie Lu als Favoriten gesehen. Nach Auszählung der Bewertungspunkte, die in diesem Jahr jeweils nur zehn erwachsene und jugendliche Juroren (sonst sind es elf) vergeben hatten, lag John Green mit 98 Punktenunangefochten vor der zweitplatzierten Ursula Poznanski, die für "Die Verratenen" 67 Punkte erhielt. 64 Punkte und Platz drei gab es am Ende für den Favoriten der Jugendjury Marie Lu. Platz vier belegte Craig Silvey mit "Wer hat Angst vor Jasper Jones" mit 58 Punkten, gefolgt von Neal Shusterman mit 56 Punkten für "Vollendet" und Jan Terlouw mit 37 Punkten für "Kriegswinter". Das Abendblatt traf nach der Preisvergabe drei Mitglieder der Jugendjury, die zu sehr unterschiedlichen Bewertungsergebnissen gekommen waren. Jeder von ihnen hatte im vergangenen Halbjahr rund 35 Bücher gelesen, um zu einem Urteil zu kommen.

Voll auf der Mehrheitsbewertung lag Janneke Campen, die John Greens Roman als ihren Favoriten am Ende bestätigt sah. "John Green hat das schwierige Thema Krebserkrankung mit so viel Liebe und Warmherzigkeit realitätsnah angepackt, dass es mich schon sehr berührt hat", sagt die 15-jährige Buxtehuderin." Das Besondere an dem Buch ist für mich, dass es mit so viel Humor und nicht wie ein typischer Roman geschrieben ist, der das Thema Krankheit und Leiden schildert. Trotz tödlicher Krankheit ist Lebensmut der Tenor, der mich sprachlich sehr angesprochen hat." Und die Schülerin findet auch, dass dieser Preisträger in einem guten Kontrast zur Vorjahressiegerin steht. Für Leif Henrik Münch war "Vollendet" von Neal Shusterman der absolute Favorit. "Ich fand diese Story, in der es um Organhandel geht, unglaublich interessant und fesselnd. Literarisch und sprachlich zwar auf die Spitze getrieben, aber in der Aussage doch sehr nah an der Realität. Das ist ein Roman, den ich gar nicht weglegen wollte, weil der Spannungsbogen dramaturgisch klug gehalten wurde", sagt der 15-Jährige, der sich wie sein Jury-Kollege Nils Bünger auch 2014 wieder als Juror für den Buxtehuder Bullen bewerben will. Der 17-jährige Nils Bünger hat Ursula Poznanski für "Die Verratenen" die meisten Punkte gegeben. "Ich fand dass dieser Phantasieroman, der beschreibt, wie schnell sich das Blatt in einem sorglosen Leben wandeln kann, sehr nah an der Realität des Lebens angelegt ist. Alles passte, die Sprache der Autorin, die negativ geprägte Geschichte mit all ihren Denkanstößen, da ist bei mir der Funke übergesprungen", sagt der Gymnasiast. "Mich hat fasziniert, wie Heldin Ria ums Überleben kämpft. Ich habe das Buch ohne große Pausen gelesen." Die drei Juroren haben dem Lesen einen festen Platz in ihrem Tagesablauf eingeräumt. Nach der Schule, dem Sport ist es einfach ein Bedürfnis für mich, zu lesen,", sagt Leif Henrik. Damit hat die einst mit dem renommierten deutschen Jugendbuch-Literaturpreis verbundene Botschaft des"Bullen-Vaters" und Buchhändlers Winfried Ziemann ihre große Wirkung bestätigt. "Ziel des Buxtehuder Bullen ist es, Jugendliche zu aktivem und intensivem Lesen zu bewegen und gleichzeitig zu einer Förderung und Verbreitung guter Jugendbücher beizutragen", hatte Ziemann 1971 gesagt,als der den Bullen aus der Taufe hob. Seither wird alljährlich in Buxtehude das beste in deutscher Sprache veröffentlichte, erzählende Jugendbuch prämiert. Die Stadt Buxtehude übernahm 1981 die Trägerschaft. Ob sich John Green über den mit 5000 Euro dotierten Preis und die Bullen-Stahlplastik des Bildhauers Reinhard Güthling freut, ist noch nicht bekannt. "Wir haben ihn noch nicht erreicht", sagte Buxtehudes Stadtsprecherin Kerstin Geresser. Green, der gerade Vater einer Tochter geworden ist, befindet sich in Elternzeit, die er keinesfalls unterbrechen möchte. Per im Vorfeld produzierter Video-Botschaft, war er jedoch in der Stadtbibliothek präsent, nachdem die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Lemm die Sieger verkündet hatte.

http://www.abendblatt.de/hamburg/harburg/article117114607/Der-Buxtehuder-Bulle-geht-wieder-in-die-USA.html

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