40. Buxtehuder Bulle geht in die USA

Die Amerikanerin Susan Beth Pfeffer macht das Rennen um den mit 5000 Euro dotierten Jugendbuchpreis - Gefeiert wird im Herbst

Am Dienstagabend fiel in der Stadtbibliothek die Entscheidung: Der 40. Buxtehuder Bulle geht in die USA. Empfängerin ist die Autorin Susan Beth Pfeffer, deren Zukunftsroman "Die Welt wie wir sie kannten" das Rennen um den mit 5000 Euro dotierten Jugendbuchpreis gemacht hat. 83 Punkte gab es von der paritätisch besetzten Jury. 36 davon kamen von den Jugendlichen und 47 von den Erwachsenen.
Die Atmosphäre in der Stadtbibliothek ist locker. Kurz nach der handverlesenen Auszählung erreichen Bürgermeister Jürgen Badur und Sibylle Bruns-Decker vom Kulturbüro die frischgebackene Preisträgerin am Telefon. Die 63-Jährige ist völlig aus dem Häuschen: "Bitte sagen Sie das noch mal. Buxtehude habe ich verstanden. Das mit dem Preis auch. Aber ich kann das einfach nicht glauben", freut sich die nördlich von New York lebende Amerikanerin und versichert: "Natürlich komme ich zur Preisverleihung nach Deutschland."
Wie berichtet, hatten sich die Bullen-Juroren durch zirka 60 internationale Titel gelesen, die im vergangenen Jahr auf dem deutschen Büchermarkt erschienen sind. Sechs davon schickten sie in die Endrunde. Bei dem entscheidenden Votum gestern Abend zeigt sich, wie unterschiedlich diesmal die Vorlieben der jugendlichen und erwachsenen Leser sind. Beim Bullen 2010 haben sich eindeutig die älteren Juroren durchgesetzt. Auf Platz zwei ist mit 63 Stimmen "About Rouby" von Sarah Dessen gelandet. Den dritten Platz teilen sich mit jeweils 59 Punkten gleich drei Autoren und Autorinnen.
Endzeitstimmung: Mit "Die Welt wie wir sie kannten" hat Susan Beth Pfeffer einen packenden Zukunftsroman geschrieben, der nicht zuletzt vor dem Hintergrund von Fukushima von beklemmender Aktualität ist. Ein Asteroid schlägt auf dem Mond ein. Der Erdtrabant wird aus seiner Umlaufbahn katapultiert. Extreme Wetterumschwünge, Flutkatastrophen und Erdbeben sind die Folge.
Über Nacht gerät der blaue Planet aus den Fugen. Für Miranda und ihre Familie, ja, für die gesamte Menschheit, ist nichts mehr so, wie es vorher war. Ein verzweifelter Kampf ums Überleben beginnt. Miranda und ihre Familie lernen, dass gerade bei großen Katastrophen die kleinen Dinge zählen - Feuerholz, Toilettenpapier oder eine einfache Dose Bohnen gehören dazu. Und sie erfahren, wie wichtig es ist, zusammenzuhalten.
Zu Beginn des Abends erinnert Stadtbibliothekschefin Ulrike Mensching noch einmal an Winfried Ziemann. Es ist die erste Auszählung ohne den im vergangenen Winter verstorbenen Bullenvater, der die renommierte Auszeichnung nebst schwergewichtiger Bullen-Plastik 1971 auf den Weg gebracht hat.
"Die Welt wie wir sie kannten", 410 Seiten, gebunden, ist im Carlsen Verlag erschienen und für 17,90 Euro im Buchhandel erhältlich. (hag)

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